+++ Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann suche dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht. (Shakespeare) +++
Aktuelle Politik
26.07.2020, 12:05 Uhr
 
Ein Jahr Boris Johnson!

Das erste Jahr als Regierungschef war turbulent für Boris Johnson. Nach seiner Wahl folgte ein Crash-Kurs gegen das Parlament. Er hat es zurückgepfiffen, ein Rüffel des Obersten Gerichtshofs, dann Neuwahlen mit fulminanten Wahlsieg, sein Land aus der Europäischen Union herausgeführt, ist zweimal geschieden, hat seine Verlobte geheiratet, ist zum sechsten Mal Vater geworden, auf der Intensivstation gelandet, fast gestorben und dann die Corona-Krise. Das ist doch völlig absurd. Und wir sind erst am Anfang dieser Achterbahnfahrt.

Dass er das Land aus der Brexit-Agonie geholt hat, erkennen auch Kritiker an. Dass Johnson in der Corona-Krise zu spät und zu langsam reagierte, brachte ihm neue Kritiker ein. Jetzt sind es nur noch 44 Prozent der Briten, die meinen, dass er einen guten Job macht. Die großen Brexit-Herausforderungen stehen allerdings noch bevor, denn bislang ist durch die Übergangsperiode vom Austritt noch wenig zu spüren. Reihenweise brechen jetzt Handelspartner weg, viele Banken gingen nach Frankfurt, der Traum von einem Empire 2.0 droht zu platzen. Zuerst verglühte die vermeintliche „goldene Ära“ zu China. Jetzt zeigt der Geheimdienst die Störfeuer des russischen Geheimdiensts auf. Viele reden schon von „Londongrad“. Außerdem setzt der Labour-Chef Keir Starmer  ihn gewaltig unter Druck. Beim Brexit steht auch die Einheit des Königreichs auf dem Spiel. Er reiste jüngst nach Edinburgh, um die störrischen, nach Unabhängigkeit strebenden Schotten, in der Union zu halten. Wenn sie Erfolg haben, wird Nordirland wahrscheinlich folgen und versuchen, eine Union mit der Republik Irland zu erreichen. Und wenn die Engländer dann sehen, dass ihr Land auf die Größe Tunesiens geschrumpft wurde, könnten sie das Vertrauen in ihren Führer verlieren.

Als Boris Johnson vor einer gefühlten Ewigkeit, die tatsächlich laut Kalender doch nur ein Jahr dauerte, das Amt des Premierministers übernahm, trat er mit zwei großen Zielen an. Er werde die Briten aus der EU führen und das Königreich zum „großartigsten Ort der Erde“ machen. (Das hat er von Donald Trump gelernt). Die Sache mit dem Brexit hat der Chef umgesetzt, am 31. Januar verließ Großbritannien offiziell die Staatengemeinschaft. Zurzeit streitet sich London und Brüssel über ein Freihandelsabkommen, das nie zustande kommen wird. Johnson wird ohne einen Vertrag aus der EU ausscheiden. Es wird in Großbritannien eine große Rezession geben, an der Grenze werden lange Lkw-Schlangen stehen. Es wird eine Lebensmittel - und Medikamentenknappheit geben. Kritiker bezeichnen ihm als Anheizer, Unruhestifter und Clown, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. (Da lob ich mir doch die Bundesregierung unter Angela Merkel).

Text: Clemens Haskamp

aktualisiert von Gisbert Dödtmann, 26.07.2020, 12:06 Uhr
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