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Aktuelle Politik
29.07.2020, 10:49 Uhr
 
Die CDU will die Frauen-Quote einführen!

„Ich bin davon überzeugt, dass Vorstände und Mandate nach Fähigkeiten und nicht nach einer Quote besetzt werden müssen! So wie ich denken viele Mitglieder der „Jungen Union“ und anderen Vereinigungen. Sie sehen den Kompromissvorschlag skeptisch“. Aber am Ende der Diskussion stimmten 34 Mitglieder der CDU-Kommission für einen Kompromiss.

 

 
 

Taktisch mag dieser Schachzug klug sein: Mit diesem Vorschlag, ab 2025 alle CDU-Vorstände zur Hälfte weiblich zu besetzen, könnte die anhaltende Diskussion über die Rolle von Frauen in der Christdemokratie befriedet werden – zunächst. Ein strukturelles Problem bleibt allerdings: Nur gut 25 Prozent der heutigen Parteimitglieder der Christdemokraten sind weiblich. Wenn dieses Viertel aber zugleich die Hälfte aller Vorstandsposten besetzen soll, ergeben sich neue Gerechtigkeitsprobleme. Für Frauen wird es künftig vergleichsweise einfacher, auf Posten gewählt zu werden, als Männer. Ob das mit dem Grundgesetz vereinbar ist, bleibt abzuwarten.

Außerdem klagen Parteivertreter seit Jahren – auch in Südoldenburg – darüber, wie schwierig es ist, Frauen für die aktive Politik zu gewinnen. Die Quote hilft hier nur bedingt: Zwar kann sie, wo es das gibt, Männerbünden das Leben schwer machen. Wo Frauen in einem immer stressigeren Alltag aber Prioritäten jenseits des politischen Engagements setzen, bleibt auch eine Quote wirkungslos. Ferner – so wird argumentiert – bräuchte man Quoten für Leute mit sogenanntem Migrationshintergrund, mit Behinderung, für Homo- und Bisexuelle, für Leute ohne Abitur, alles Mögliche.

Seit 20 Jahren wird die CDU von Frauen geführt. Angela Merkel ist zu einer Ikone weiblicher Macht geworden. Sie hat alle männlichen Konkurrenten „entsorgt“. Die CDU hat die ersten beiden Verteidigungsministerinnen hervorgebracht und die erste EU-Kommissionspräsidentin. Ursula von der Leyen hat unterdessen eindrucksvoll gezeigt, dass man selbst mit einem laufenden Untersuchungsverfahren an den Hacken das höchste Amt in der EU bekommen kann. Ob beide sich bewähren, bleibt abzuwarten. Schafft es eine Frau auf einen Ministerposten, so ist das in den meisten Fällen im sozialen Bereich. 2018 jährte sich die Einführung des Frauenwahlrechts zum hundertsten Mal – viel ist für die Gleichberechtigung der Geschlechter seitdem erstritten worden. Heute suchen wir nach Gründen für das geringere politische Engagement von Frauen und fragen:

Warum sind nur so wenige Frauen in der CDU? Woran liegt das? Wo sind Zugangsbarrieren? Was sind strukturelle Benachteiligungen, denen Frauen ausgesetzt sind? Wie können Frauen für ein politisches Engagement gewonnen werden? Helfen die strikten Quoten überhaupt? Schafft das nicht andere Ungereimtheiten? Und wie können sich Parteien allgemein für mehr Gleichberechtigung engagieren? Es bleibt noch viel zu tun…

Text: Clemens Haskamp          

aktualisiert von Gisbert Dödtmann, 29.07.2020, 10:56 Uhr
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